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Hindu wird man
ausschließlich durch Geburt. Der Hinduismus gehört zu den ältesten
Weltreligionen. Er ist vor rund 4000 Jahren in Südasien entstanden und in
seiner Blütezeit dehnte sich diese Religion von Afghanistan bis Neuguinea aus.
Ganz Süd- und Ostasien wurde durch den Hinduismus entscheidend geprägt. Aus
ihm sind verschiedene andere Religionen hervorgegangen, so z.B. auch der
Buddhismus. Kennzeichnend für den Hinduismus das strenge Kastensystem.
Zentrale Begriffe
Der Hinduismus stellt
eigentlich mehr als eine Religion dar: Er umfasst eine Denkethik, eine
Lebensform, eine Lebenseinstellung und ein rigides Sozialnetz, das sich im
System der Kasten manifestiert. In dieser alten Religion bilden die
Sanskrit-Begriffe "dharma", "karma", "samsara" und
"moksha" eine zentrale Rolle. Unter "dharma" verstehen wir
das religiöse Gesetz, welches die Harmonie zwischen Kosmos und unserem
Lebensraum regelt, zudem die moralischen Werte bestimmt. "Karma"
bedeutet das Schicksal, welches durch das Gesetz von Ursache und Wirkung
bestimmt wird. Jede Aktion hat eine Wirkung, die ihrerseits Ursache einer neuen
Aktion wird – symbolisiert durch das Rad, das sich dauernd dreht, aber immer
wieder an der gleichen Stelle aufsetzt. Der Begriff "samsara"
umschreibt die Folge der Existenzen im Zyklus der Seelenwanderung und der
Reinkarnation. Durch "moksha" erhält das Individuum die Möglichkeit,
aus dem endlosen Zyklus des "samsara" zu entkommen, ins "nirvana"
einzugehen, was eine Verschmelzung der Seele mit dem Universellen nach sich
zieht.
Lebensabschnitte
Das Leben eines Hindu
wird in vier Abschnitte unterteilt: "brahmachari" (Erziehung), "grihasthi"
(Familienleben), "banaprasthi" (religiöses Studium, Meditation) und
"sanyasi" (Verzicht, Rückzug).
Wichtigste Gottheiten
Als zentrale – wenn
auch heute relativ unbedeutende – Gottheit fungiert Brahma, ihm zur Seite
stehen Shiva (Gott der Zerstörung) und Vishnu (Gott der Schöpfung), daneben
finden sich eine sehr große Anzahl von anderen Erscheinungsformen der Hauptgötter,
deren jeweiligen weiblichen Partnern und von Nebengöttern. Der Hinduismus ist
äußerst farbig und wirkt für uns oft konfus, ja sogar chaotisch – dies
jedoch hauptsächlich deshalb, weil wir diese Religion und alle ihre alten und
tief verwurzelten Aspekte nur relativ oberflächlich betrachten. Die kulturelle
Tiefe dieser Religion ist beinahe unbeschreiblich. Die Sprache des Hinduismus
ist das Sanskrit. Die meisten religiösen Texte sind in dieser Kultur- und
Gelehrtensprache (aus welcher eine große Anzahl heutiger Sprachen
hervorgegangen sind) verfasst.
Verbreitung
Nepal ist offiziell das einzige Hindu-Königreich und Hinduismus ist
Staatsreligion. Die Angaben über den Anteil der Hindus an der
Gesamtbevölkerung schwanken zwischen 70 % und bis zu über 90 %.
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Information
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